• Fahrzeugzustand immer abrufbar (Illustration)

Klingt harmlos, birgt aber Brisanz: Kfz-Service-Steuerung!


Viele Autofahrer/-innen sind sich gar nicht darüber bewusst, welche Daten moderne Autos heute schon sammeln und an den Fahrzeughersteller senden. Motor-Steuergeräte kennen und speichern beispielsweise das Fahrverhalten des Lenkers ganz genau. Über das Navigationssystem sind die Fahrtstrecken auch für den Autoproduzenten transparent. Und ist das Smartphone mit dem Auto gekoppelt, können auch hierüber Daten an die Fahrzeughersteller wandern. Was George Orwell mit „Big Brother is watching you“ einmal als Fiktion an die Wand warf, ist in manchen Bereichen bereits Realität. Doch dabei soll es nicht bleiben. Die Pläne gehen weiter.

Fahrzeughersteller planen, den Fahrzeugservice für die Kunden auf den ersten Blick durch Digitalisierung zu vereinfachen. Dabei sammelt das Auto alle relevanten Daten über Sensoren und sendet ständig einen Zustandsbericht an die jeweilige Automarke. Erkennt ein Sensor einen erheblichen Verschleiß oder gar einen Schaden, erhält der Fahrer eine Meldung und kann gleich per Knopfdruck einen Wartungstermin mit der Vertragswerkstatt vereinbaren. Klingt so praktisch wie unkompliziert. Aber ist das tatsächlich ein Vorteil?

Nachteil des Verfahrens ist: Die Autofahrerin oder der Autofahrer soll in seiner Entscheidung, wer den Fahrzeugservice übernimmt, gelenkt werden. Möglichst auch ohne vorherige Überlegung, zu welchen Kosten. Das wäre dann die verwirklichte Vision des gelenkten Autofahrers im Bereich des Fahrzeugservice.

Der Gesetzgeber achtet völlig zu Recht auf einen freien und fairen Wettbewerb in Deutschland. Das ist ein zwingendes Gebot in einer freien Marktwirtschaft. Der kritische und mündige Verbraucher gehört aber auch dazu. Insofern sind Kunden gut beraten, sich nicht zu viel abnehmen zu lassen. Damit können erhebliche Nachteile verbunden sein. Die freien, nicht markengebundenen Werkstätten erfüllen eine wichtige, ausgleichende Funktion. Durch sie sind Kunden nicht nur auf einen einzigen Anbieter angewiesen. Fairer Wettbewerb ist zum Nutzen aller Verbraucher. Das soll, nein das muss so bleiben. Auch in Zeiten der Digitalisierung, die Chancen, aber eben auch Risiken birgt.