Werkstatt-Tipp Logo
  • Qualifizierte Werkstatt finden
  • |
  • |
  • |

Kompetente und qualifizierte Werkstätten in Ihrer Nähe:

Wie sind Preissprünge an der Zapfsäule erklärbar?

>>

Hermann-Josef Tenhagen, Chef des Informationskanals „Finanz-Tipp“, staunte nicht schlecht. An Silvester verlangte eine Tankstelle in einem Ort in Mecklenburg Vorpommern für den Liter Diesel 1,72 Euro. Am Tag davor tankte der Mann noch in Erle/Westphalen den gleichen Sprit für 1,52 Euro. Der Unterschied beläuft sich bei einer kompletten Tankfüllung auf satte 10 Euro.

Am günstigsten ist der Sprit meist am Abend zwischen 19 und 20 Uhr.

Was ist da los? Chefredakteur Tenhagen wollte es wissen. Liegt es an der gestiegenen CO2-Abgabe? An teurer werdenden Treibhauszertifikaten der EU? Oder womöglich schlicht und ergreifend an der berühmt-berüchtigten Profitgier der Ölkonzerne?
m
Die Konzerne gaben sich auf Nachfrage gewohnt schmallippig. Aral ließ verlauten, dass man sich aus Wettbewerbsgründen grundsätzlich nicht zur Preisbildung an Tankstellen äußere. Man solle sich an den Mineralöl-Verband wenden. Der ließ verlauten, Mehrkosten für den Klimaschutz stehen bevor und man stelle sich schon mal darauf ein. Nur ist das entsprechende Gesetz noch gar nicht verabschiedet!
m
Zu den Fakten:
m
• Die Konzerne ändern den Preis bis zu 22 Mal pro Tag.
• Algorithmen haben zum Ziel, das Maximum aus den Geldbeuteln der Kunden rauszuholen.
• Die Tankstelle-Pächter haben keinen Einfluss auf die Sprit-Preise.
• Der Rohölpreis lag Anfang 2026 zwanzig Prozent unter jenem von Anfang 2025.
• Konkreter: Der Rohölpreis betrug am 13.01.25 50 Cent/Liter, am 16.12.25 bei 32 Cent/Liter.
• Laut Kartellamt liegen die Preisaufschläge weit über den Kosten durch den Klimaschutz.
m
Es sieht also ganz danach aus, als würden Mineralölkonzerne die Kunden täuschen. Willkommenes Alibi: Die Politik sei für die Preissprünge verantwortlich. Dabei ist das offenbar noch nicht einmal die halbe Wahrheit. Die Spritpreise dürften aufgrund des gesunkenen Rohölpreises an sich gar nicht steigen.
m
Was können Autofahrer tun?
m
Die Installation einer Tank-App kann helfen. Zumindest in Ballungszentren, denn dort machen sich die Zapfsäulen immerhin Konkurrenz. Auch die Uhrzeit spielt bei den Spritpreisen eine nicht zu unterschätzende Rolle. In der Zeit zwischen 19 und 20 Uhr ist der Preis in aller Regel am günstigsten.
m
Eines sollten die Mineralölkonzerne nicht unterschätzen. Je teurer der Sprit, desto eher sind Kunden geneigt, dann doch über die Anschaffung eines E-Autos nachzudenken. Kurzfristige Gewinnmaximierung könnte sich auf längere Sicht also als Bumerang erweisen. Das sollte man in den Chefetagen bedenken.
m

Teilen!