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Dramatische Änderungen bei Kfz-Werkstätten

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Die Kfz-Werkstätten befinden sich mitten in einem strukturellen Wandel. Die Geschwindigkeit der nötigen Veränderungen wird weiter zunehmen. Nicht zuletzt dank KI. Was werden Autobesitzer zukünftig vom Werkstattpersonal verlangen? Worauf müssen sich die Betriebe rasch einstellen? Dass das nicht wenig ist, zeigt die folgende Aufzählung der wichtigsten Trends.


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1. Weniger Wartungsaufwand pro Elektroauto – aber komplexere Reparaturen

Elektrofahrzeuge brauchen keinen Ölwechsel, weniger klassische Verschleißteile und tendenziell weniger regelmäßige Wartungsarbeiten. Eine aktuelle ADAC-Untersuchung kommt bei Inspektionen sogar auf durchschnittlich rund ein Drittel niedrigere Kosten für E-Autos. Aber gleichzeitig entstehen neue Geschäftsfelder:

  • Hochvoltsysteme und Batteriediagnose
  • Batteriezustandsprüfung
  • Leistungselektronik
  • Thermomanagement
  • Sensorik und Kameras
  • Software-/Steuergeräte-Diagnose
  • Unfallreparatur bei komplexer Elektronik

Die einfache mechanische Arbeit verliert demnach an Bedeutung; der Wert eines guten Diagnostikers steigt aber.


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2. Der Werkstattbesuch wird mehr und mehr digital

Die Werkstatt wird zunehmend vom „Ort, an dem das Auto repariert wird“ zum digital vernetzten Servicebetrieb. Schon heute würde laut DAT etwa die Hälfte der Pkw-Halter eine Reparatur oder einen Kundendienst verbindlich online buchen. Gleichzeitig möchte die andere Hälfte weiterhin persönlichen Kontakt.

In Zukunft dürften deshalb Dinge wie Online-Termin → Fahrzeugdaten auslesen → Fehlerdiagnose → Kostenvoranschlag → Freigabe per Smartphone → Reparatur → digitale Rechnung zum Standard werden.


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3. Datenzugang wird zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor

Moderne Fahrzeuge erzeugen enorme Mengen an Daten. Wer diese Daten auslesen und interpretieren kann, kann das Fahrzeug diagnostizieren. Die EU-Vorgaben sollen unabhängigen Werkstätten grundsätzlich Zugang zu relevanten Fahrzeugdaten ermöglichen; in der praktischen Umsetzung gibt es allerdings weiterhin Konflikte und technische Hürden.

Damit wird Diagnosesoftware + Datenzugang + technisches Know-how für eine freie Werkstatt so wichtig wie früher die Hebebühne.


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4. Das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands schützt den Markt

Ein wichtiger Punkt wird häufig übersehen: Der deutsche Fahrzeugbestand verschwindet nicht plötzlich wegen der Elektromobilität.

2025 gab es rund 49,5 Millionen Pkw in Deutschland – praktisch genauso viele wie im Vorjahr. Ein großer Teil davon wird noch viele Jahre mit Verbrennungsmotor unterwegs sein. Das führt zu einer langen Übergangsphase: Verbrenner + Hybrid + Elektro werden über Jahre parallel repariert.

Für Werkstätten bedeutet das zunächst mehr technische Komplexität, weil sie mehrere Antriebstechnologien beherrschen müssen.


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5. Der Engpass Personal

Fachkräfte werden immer wichtiger. Ein moderner Kfz-Mechatroniker muss zunehmend gleichzeitig sein:

  • Mechaniker
  • Elektroniker
  • Diagnosespezialist
  • Softwareanwender
  • Hochvolttechniker
  • Daten-/Systemverständiger

Eine Werkstatt mit fünf guten Mitarbeitern kann deshalb künftig wettbewerbsfähiger sein als eine größere Werkstatt mit vielen Mitarbeitern, aber geringer Qualifikation.


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6. Die Werkstatt wird stärker zum „Diagnoseunternehmen“

Das ist die nach Ansicht von Werkstatt-Tipp entscheidende Veränderung.

Früher: Fehler → Teil austauschen → Auto funktioniert

Zukünftig: Fahrzeugdaten → Diagnose → Software/Elektronik prüfen → Ursache bestimmen → gezielte Reparatur

Damit verschiebt sich die Wertschöpfung von Arbeitszeit zu Know-how. Eine Werkstatt, die beispielsweise einen sporadischen Fehler an Batterie, Steuergerät, Sensorik oder Kommunikationsbus zuverlässig findet, kann dafür höhere Preise rechtfertigen.


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7. Neue Geschäftsmodelle 

Fünf besonders interessante Bereiche:

Batterie

  • SOH-Messung
  • Batteriediagnose
  • Gebrauchtwagen-Zertifikate
  • Reparatur/Modultausch
  • Second-Life-/Recycling-Themen

ADAS

  • Kalibrierung von Kamera und Radar
  • Assistenzsysteme nach Unfall oder Scheibentausch
  • Sensor-Diagnose

Software

  • Codierung
  • Steuergeräte
  • Updates
  • digitale Fahrzeugdiagnose

Flotten

  • Wartungsverträge
  • Predictive Maintenance
  • schnelle mobile Reparatur
  • maximale Fahrzeugverfügbarkeit

Spezialreparaturen

  • Elektronik
  • Batterien
  • Steuergeräte
  • Automatikgetriebe
  • Klimaanlagen/Thermomanagement

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Fazit: Autofahrer werden zukünftig noch mehr auf die Kompetenzen der beauftragten Werkstatt angewiesen sein. Voraussetzung dafür ist bestens ausgebildetes Personal. Dies kann gefunden werden, wenn es gelingt, junge Leute für das immer digitaler werdende Geschäft zu begeistern. Die Jugend ist sehr digital-affin. Die spannende Zukunft der Arbeit in einer modernen freien Werkstatt zu vermitteln, darin liegt die große Chance. Karrierefragen tatsächlich besser fahren, denn … Autowartung wird es auch in Zukunft geben müssen. Welche Auswirkungen die KI auf einen Bürojob hat, kann heute niemand abschließend sagen. Dass aber viele Jobs in dem Bereich wegfallen werden, ist längst klar. Also dann doch lieber Handwerk. Zumal die Aufstiegschancen beachtlich sind. Man kann Meister werden. Womöglich auch mal mit einem eigenen Betrieb!
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